Wahlen in Ungarn: Signal für Europa

Berlin, 13.04.2026 - Die Europa-Union Deutschland würdigt die Wahlen in Ungarn als wichtiges Signal für die demokratische Entwicklung in Europa. Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und das klare Bekenntnis zu europäischen Werten unterstreichen die Bedeutung freier und fairer Wahlen für die Zukunft der Europäischen Union.

Andrea Wechsler MdEP, Präsidentin der Europa-Union Deutschland, erklärt:

„Die Wahlen in Ungarn sind mehr als eine nationale Entscheidung – sie sind ein Signal für ganz Europa. Wo Bürgerinnen und Bürger für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und europäische Zusammenarbeit eintreten, wird Geschichte geschrieben. Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen zeigt sich: Die europäische Idee lebt vom Mut ihrer Bürger. Ungarn erinnert uns daran, dass Europa kein Selbstläufer ist, sondern täglich neu verteidigt und gestaltet werden muss."

Auch Gaby Bischoff MdEP, Vize-Präsidentin der Europa-Union Deutschland, betont:

„Die Menschen in Ungarn haben gezeigt, dass Demokratie von Beteiligung lebt. Die hohe Wahlbeteiligung zeigt, dass die Menschen auch hohe Erwartungen an Veränderungen in Ungarn haben. Europa ist dort stark, wo Bürgerinnen und Bürger ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und Rechtsstaatlichkeit und soziale Gerechtigkeit im Zentrum stehen.“

Die Europa-Union Deutschland sieht in den Wahlen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der europäischen Demokratie und ruft dazu auf, die Debatte über Rechtsstaatlichkeit und die gemeinsamen Werte der Europäischen Union weiter zu fördern.

Zusammenarbeit mit Frankreich und Polen

35 Jahre Weimarer Dreieck

Am 29. August 1991 gründeten die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens das Weimarer Dreieck. Bei ihrem Treffen in Weimar legten sie fest, dass ihre Länder künftig enger zusammenarbeiten würden. Seitdem stimmen sich Deutschland und seine beiden größten Nachbarländer in dem Dreierformat zu grenzüberschreitenden, europapolitischen und internationalen Themen ab“. In der sicherheitspolitischen Lage, in der sich Europa befindet, ist für Deutschland diese enge Partnerschaft von großer Bedeutung. Nachdem das Weimarer Dreieck über viele Jahre auf politischer Ebene weitgehend unwirksam war, ist es nun umso wichtiger, sein Potential voll auszuschöpfen. 

„Beim Weimarer Dreieck geht es aber nicht allein um Politik, sondern auch um den Austausch von Kultur und Zivilgesellschaft“, hebt Dr. Claudia Conen, Vorsitzende der Europa-Union Thüringen hervor. Während mit Frankreich in der Folge des Elysée-Vertrags seit den 1960er Jahren zahlreiche Städtepartnerschaften entstanden sind, seien ab den 1990er Jahren viele deutsch-polnische Städtepartnerschaften hinzugekommen. Zudem förderten das Deutsch-Französische und das Deutsch-Polnische Jugendwerk gemeinsam tri-nationale Jugendbegegnungen. Angesichts der Verbrechen, die Deutschland im zweiten Weltkrieg in Frankreich und insbesondere in Polen begangen hat, leiste das Weimarer Dreieck einen wertvollen Beitrag zu Aussöhnung und Völkerverständigung.

„Auch in Thüringen unterhält als gesamte Region eine Partnerschaft mit der französischen Region Hauts-de-France (ehemals Picardie). Darüber hinaus gibt es zahlreiche kommunale Städtepartnerschaften einzelner thüringischer Städte mit französischen Kommunen der Städtepartnerschaften, wie z. B. mit Lille, Tourcoing, Le Bouscat, Bussy-Saint-Georges, Escaudain oder Bègles. Mehrere thüringische Kommunen unterhalten zudem Partnerschaften mit polnischen Städten wie z. B. Skierniewice, Leszno, Kalisz, Kielce oder Gostyń . Zusätzlich pflegt das Land Thüringen eine offizielle Regionalpartnerschaft mit der Woiwodschaft Kleinpolen. Austausch und Zusammenarbeit sind zu einer guten Tradition geworden und viele Freundschaften sind entstanden,“ so Conen. Alles Kommunalvertreterinnen und -vertretern und ehrenamtlich Engagierten, die im Rahmen von Austauschen, Partnerschaftsvereinen und binationalen Gesellschaften das Weimarer Dreieck vor Ort mit Leben füllen und für ein gutes Miteinander in Europa eintreten, gilt unser großer Dank.