Erfolgreicher Auftakt der neuen Reihe „Europagespräche“

Europagespräche ... zum Brexit

Anlässlich der gegenwärtigen Brexit-Verhandlungen fand das erste „Europagespräch“ der Europa-Union Thüringen zum Brexit statt. Fast 30 Teilnehmer waren der Einladung in das Europäische Informationszentrum in der Thüringer Staatskanzlei gefolgt. 

Einleitend fragte Dr. Claudia Conen, die den Abend moderierte, wo Europa eigentlich nach mehr als 2 1/2 Jahren nach dem Brexitvotum stünde. Gerald Ullrich, MdB, Mitglied im Europa-Ausschuss des Deutschen Bundestages, erläuterte in seinem Impulsreferat, was die Herausforderungen bei der Frage „deal or no-deal“ seien. Die Briten hätten im „British Empire“ ein geschichtlich bedingtes unterschiedliches Verständnis von Europa. Für die Deutschen stünde dagegen eher die Wertegemeinschaft im Vordergrund. Sowohl Briten als auch Deutsche hätten daher bereits im Vorfeld der Brexitentscheidung - und erst recht danach - stärker deutlich machen sollen, worin die Vorzüge eines gemeinsamen Europas für beide Seiten liegen.

Von einer fehlenden gemeinsamen Einigung profitierten wirtschaftlich v.a. Wirtschaftsnationen wir China und die USA, so Ullrich, der zugleich stellvertretender Landesvorsitzender der Europa-Union Thüringen ist. Europa müsse letztlich wieder stärker dem Subsidiaritätsgedanken folgen, schon um andere Mitgliedstaaten nicht auch zu verlieren. 


Dr. Sebastian Knappe, Berater und Unternehmer, schilderte das „Chaos“, das durch die Unsicherheit eines No-Deal für die Unternehmen besteht. Für heutige Wirtschaftsprozesse, die Produktion und Lieferung „on demand“ vorsehen, seien die erwarteten Zölle und Ein- bzw. Ausfuhrzeiten „Gift“. Eine Bevorratung von Produkten durch Lagerhaltung auf der britischen Insel sei für Unternehmen umgekehrt ebenso riskant, wie diese zu unterlassen. Überdies sei es bedenklich, dass wir mit dem Brexit den europäischen Finanzplatz London aufgegeben hätten. Ullrich ergänzte, dass Großbritannien nun auch mühsam Handelsabkommen vereinbaren müsse.
Sorgen machten sich die Teilnehmer über die Auswirkungen des Brexit auf Schottland. Großbritannien eine Steueroase werden könnte. 
In Ihrem Schlusswort bedankte sich die Landesvorsitzende, Dr. Claudia Conen, bei Ullrich und Knappe für die interessanten Ausführungen und bei den Gästen für die spannende Diskussion. Der Austausch wurde anschließend in einem get-together fortgesetzt.

TwitterFacebookLinkedInEmail